Australian Kelpie Ishigo - Obedience
Australian Kelpie Ishigo - Obedience
Australian Kelpie Ishigo
Australian Kelpie Ishigo

Geburtsbericht

Der errechnete Termin für die Geburt war eigentlich der 20.11., wenn man die durchschnittliche Tragzeit annimmt. Aber am Sonntag morgen war Luzie irgendwie schon unruhig. Kein Platz war gut zum Liegen. Alle Decken und Kissen wurden zerwühlt. Nestbautrieb. Ok, dachte ich mir, manche Hündinnen haben das mehrere Tage vorher. Ich habe das Obedience-Training heute jedenfalls lieber mal abgesagt. Und mein Bauchgefühl lag da wohl richtig.

Luzie ist unruhig, immer wieder hechelt sie. Sie frisst zwar etwas, aber so richtig schmecken tut es ihr nicht. Ich kann ihr ansehen, daß es mindestens Senkwehen sind.

Ich schicke meinen Mann und meine Tochter auf einen Spaziergang mit den anderen 3 Hunden. Und das ist auch gut so.

Luzie testet den Liegeplatz im Eckleiderschrank, zerwühlt auch da alle Decken zu einem Knäuel, entscheidet sich dann für die Wurfkiste. Sie tut mir ein bißchen leid, man sieht, daß es schmerzt. Manchmal seufzt sie. Ich lobe sie, sage ihr, daß es gut wird. Daß ich mich freue, die Kleinen kennenzulernen, daß sie wohl bald rauswollen.

Zwischendurch legt sie sich sogar mal auf die Seite und versucht, zu entspannen. Und manchmal geht es schneller, als man denken kann. Ich sehe, daß sie immer wieder etwas drückt, daß ihr Bauch hart wird. Ich sitze auf dem Fußboden vor die Kiste, rede mit ihr, streichele und beruhige sie. 

Und dann, nach etwa 3 mal pressen, kommt Welpe Nr. 1 auf die Welt. In Hinterendlage, eingehüllt in die Eihaut, die Plazenta direkt hinterher. Luzie leckt bereits, frißt die Plazenta und packt dabei den Welpen schon aus und nabelt ihn ab. Der Welpe beginnt sofort, sich zu winden und herumzuzappeln. Wahnsinn, denke ich mir. Luzie ist Erstgebärende und macht das einfach mal so, instinktsicher, sofort richtig. Ich kann nur lächeln und mich freuen. 

Sie leckt das Kleine sauber, und ich warte noch etwas, bis es etwas trockener ist. 17:30 Uhr ist ja sogar noch eine humane Uhrzeit, wo doch viele Hündinnen lieber mitten in der Nacht ihre Welpen bekommen wollen.

Ich nehme es ihr kurz weg zum Wiegen. Ein hübsches Mädchen in Black&Tan, mit sehr dunklem Tan, mit 267g deutlich kleiner und leichter als Ishis Welpen. Topfit, fühlt sich etwas kühl an, daher gebe ich es Luzie zurück, damit sie es weiter ableckt, das regt die Durchblutung an.

Ich gehe mir was zu trinken holen.

Ja, und dann, bin kaum wieder da, geht es schon weiter mit Welpe Nr. 2. Luzie hat ihr Hinterteil von mir weggedreht, ich sehe überhaupt nicht, ob das Kleine in Vorder- oder Hinterendlage geboren wurde. Auch das mit dem Pressen ging irgendwie zu schnell. Luzie kümmert sich darum, das Kleine auszupacken, entsorgt die Nachbgeburt und leckt es trocken. Ich habe fast vergessen, auf die Uhr zu schauen. 18:17 Uhr? In etwa. Ich nehme ein trockenes Tuch, klaue Luzie das Neugeborene (mit dem Vorwand, ihr beim Trocknen zu helfen?) und wiege es. Es ist noch ein hübsches Mädchen in Black&Tan, mit weißem Brustfleck. Mit 220g ist es klein und leicht, aber es windet sich, quietscht, ist also fit und gesund.

Und so geht es dann weiter. Um 18:32 Uhr kommt Welpe Nr. 3 auf die Welt.  Unverkennbar in Vorderendlage, denn die Eihülle ist bereits kaputt, und Kopf und Vorderbeinchen schauen raus, es strampelt, während das Hinterteil noch feststeckt. Doch schon beim nächsten Pressen ist es ganz draussen. Es ist noch ein Mädchen in Black&Tan, mit 272g. Ich beeile mich und markiere Welpe Nr. 1. Meine Welpenhalsbänder sind zu groß für diese kleinen Mini-Mäuse, also wird ein Haarband zweckentfremdet.

Mein Mann will etwas Eßbares von der Dönerbude holen, denn zum Kochen habe ich heute wirklich keine Zeit. Pizzabrötchen kann man auch kalt essen, Salat ebenfalls.

Ich teste einen Videoanruf bei Annette, der ich damit einen großen Wunsch erfülle: Sie wollte mal live bei einer Hundegeburt dabei sein.

Um 19:28 Uhr geht es weiter mit Welpe Nr. 4. Noch eine Hündin in Black&Tan, in Hinterendlage. Mit 297g ein gutes Gewicht. Wie gewohnt macht Luzie alles alleine: Plazenta und Eihaut entsorgen und dabei abnabeln und das Kleine trockenlegen. Ich habe mich inzwischen mit verschiedenen Haarbändern versorgt, sonst kann ich die ganzen Mädels in Black&Tan nicht mehr unterscheiden.

Um 19:42 Uhr geht es weiter, Nr.5 kommt in Vorderendlage auf die Welt. Bei genauerem Hinsehen fällt auf, daß es heller ist als die anderen. Red& Tan. Und wieder eine Hündin. 294g, auch munter.

Ich scherze, daß da ja eigentlich noch ein Quotenrüde fehlt. 5 Mädchen? Unglaublich.

Luzie legt sich auf die Seite und macht Pause. Sie ist etwas erschöpft und läßt die kleinen trinken. Milch hat sie schon seit ein paar Tagen.

Und etwa 1 Stunde später, um 20:47 Uhr, kommt Nr. 6 auf die Welt. Red&Tan, und: wieder ein Mädchen. Es wiegt 299g. Die Kleine wird mit einem Band markiert, denn sie sieht aus wie Nr. 5, nur daß sie noch nass ist.

Fruchtwasser riecht irgendwie leicht süß, überhaupt nicht ekelig. Das ganze Zimmer riecht jetzt, als hätte man darin tütenweise Fruchtgummi gegessen.

Luzie putzt ihre Welpen und läßt sie trinken. Ich schaffe es irgendwie, eine neue Unterlage unter sie und die Welpen zu basteln, denn die alte ist doch schon etwas nass und schmuddelig.

Eigentlich sind solche Geburten irgendwie unbeschreiblich. Das Gefühl, dabei zu sein, hautnah mitzukriegen, wie meine kleine tapfere Luzie problemlos 6 Welpen bekommt und alles alleine schafft, in wirklich kurzer Zeit damit fertig ist, und alle sind fit und munter... das Gefühl kann man einfach nicht beschreiben. Stolz, Ehrfurcht, Vertrauen, ein unbeschreibliches Glücksgefühl. Und dann diese perfekten Minikleinen Hundewelpen. Ach, es ist einfach zauberhaft. Ein kleines Naturwunder.

Ich gehe dann doch mal ein paar kalte Pizzabrötchen und etwas Salat essen und lasse Luzie ausruhen.

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